der weg zu mir selbst

Wie beschreibt man einem anderen Menschen wie der Weg zu sich selbst “funktioniert”?

Mein Weg zu mir selbst, zu meinem inneren Ursprung zurück, begann mit der Trennung vom Vater meiner Kinder. Kurz nach dem Aus meiner Ehe hatte ich für einige Monate einen Partner. Diese Beziehung ging jäh zu Ende. Er trennte sich per sms von mir. Knall auf Fall. Ohne Vorwarnung oder ähnliches.

Ich litt sehr. Die Trennung von meinem damaligen Ehemann war ebenfalls noch frisch und dann dieses noch dazu. Ich fiel in ein tiefes Loch von Traurigkeit, Verzweiflung und tiefem Schmerz. Es dauerte einige Monate bis ich aus diesem Loch heraus kam. In dieser Zeit war ich wohl wie ein Roboter, ich habe “funktioniert”….mehr nicht.

In diesen Monaten habe ich mich sehr viel mit mir selbst beschäftigt. Ich ging auf die Reise zu mir, in mein Innerstes. Es waren schmerzvolle Monate, die viele Tränen mit sich brachten. Mit 36 Jahren habe ich das erste Mal mich nur mit mir selbst auseinandergesetzt. Klar, meine Kinder waren immer versorgt und wir unternahmen auch viel. Aber wenn sie im Bett waren oder im Kindergarten kamen all diese Dinge wieder hoch.

In dieser Zeit habe ich mich richtig kennengelernt. Davor war ich wie eine Chamäleon, das sich komplett der Umgebung angepasst hat. An jeden Partner, an viele Freunde.

Ich nenne diese Zeit den Weg zu mir selbst. An den Wochenenden an denen meine Kinder beim Vater waren, habe ich anfangs nur vor mich hinvegetiert. Außer schlafen, essen, fernschauen und Toilette war da nicht viel los. Erst nach ca. 6 Monaten ging es langsam bergauf. Ich hatte immer mal wieder mehr Lust etwas nur für mich zu tun. Ich bin alleine in ein Cafe gesessen, habe mich ab und an mit Freunden getroffen.

Ich habe mich wirklich in dieser Zeit erst richtig kennengelernt. Was mag ICH? Welche Musik höre ICH gerne? Es gab so viele Dinge an und in mir zu entdecken, die ich bis dato gar nicht vor mir kannte. Es war aber auch sehr spannend.Dazu lernte ich viele Facetten an mir kennen. Leidenschaften, Interessen die ich in mir nie vermutet hatte.

In der Zeit in der ich alleine war und für mich da sein konnte, fing ich wieder an zu lesen, was ich viele Jahre nicht mehr getan hatte. Als Kind war ich eine richtige Leseratte, und es war schön dieser Leidenschaft wieder nachgehen zu können.

Nach und nach kam ich in mir selbst an….es war schön, wie ein Gefühl von zuhause sein…am Ursprung von mir. Ich fühlte mich selbst und habe sehr viel an mir gearbeitet…bis heute…und auch zukünftig.